Mein Cocktail 2021: Die Mischung machts!

Dieses Foto, aufgenommen im Hamburger Hotel Vierjahreszeiten, erinnert mich an eine Station aus meinem früheren Leben. Ein nettes Andenken, das ein damaliger Kollege mir schenkte. Aktuell regt es mich an, über den passenden Mix für meinen Jahrescocktail 2021 nachzudenken. Nämlich der für mich passende Mix aus Aktivitäten, Projekten, Routinen, Ritualen und Experimenten. Was nehme ich mir vor und welche Gewichtung will ich den jeweiligen Zutaten geben, damit ich zum Jahresende auf etwas Gelungenes zurückschauen kann?

Setze ich auf Klassiker oder neue Kompositionen?

Die Auswahl an Cocktails und Variationen von Klassikern ist nahezu unendlich, tagtäglich kreieren Bartender in aller Welt neue spannende Rezepte. Trotz dieser Fülle an Neuheiten sind die Klassiker nach wie vor sehr beliebt. Ob Tequila Sunrise, Caipirinha, Mojito oder Piña Colada – als Fan eines klassischen Cocktails weiß ich, was mich erwartet, ich kenne die Zutaten und kann Nuancen im Geschmack unterscheiden. So kann ich auch bei meinem Jahresmix auf Bewährtes setzen, vielleicht die Zutaten ein wenig optimieren und anders gewichten.

Anders ist es bei einem neuen Rezept, das mich zuerst überrascht und dann umgarnt, damit ich im besten Falle Fan dieses Getränks werde. Habe ich genug Neugier und Mut, um mal auf meinen bewährten Lieblingsmix zu verzichten und etwas Neues auszuprobieren? Wieviel Zeit, wie viele Projekte will ich ganz bewusst zum Ausprobieren nutzen? Auf welche Experimente lasse ich mich ein? Nicht zum ersten Mal würde übrigens ein neuer Cocktail entstehen, wenn dem Barkeeper die Flasche Galliano aus der Hand rutscht. Meine schrägsten Ideen sollte ich am Jahresende feiern. Auch wenn sie vielleicht gescheitert sind – in jedem Fall haben sie mich auf die eine oder andere Art weitergebracht.

Ich freue mich jedes Jahr über neue Projekte, neue Tools und Methoden. Das vergangene Jahr bot genügend Chancen zum Ausprobieren, Lernen und Integrieren, und mittlerweile ist Vieles bereits Standard, was vor kurzem noch Neuland war. Mein Repertoire an Cocktails hat sich deutlich erweitert.

Cocktail, Longdrink oder pur?

Was sind die typischen Zutaten Ihres „Cocktails“, der für Sie zu 2021 passt? Setzen Sie auf Ihren bewährten Klassiker oder haben Sie Lust auf eine neue Kreation? Welche Aromenrichtung soll es denn sein, sind Sie eher herb unterwegs oder fruchtig und süß? Prickelnd, süffig, cremig? Und sind Sie überhaupt Cocktail-Fan? Vielleicht bevorzugen Sie die klare Linie von Longdrinks oder genießen bestimmte Dinge einfach nur pur und kämen überhaupt nicht auf die Idee, sie zu mixen. Egal ob geschüttelt oder gerührt.

In vielen Coachings stelle ich fest, dass gerade jetzt der Wunsch nach Bewährtem, Verlässlichem eine große Rolle spielt: Was hilft mir, die Komplexität zu reduzieren? Wie kann ich bei all den Unsicherheiten, die ich als Führungskraft selbst habe, meinen Mitarbeitern eine gewisse Sicherheit, einen Ordnungsrahmen bieten? Der Wunsch nach dem bewährten Klassiker ist derzeit stark.

Neuer Mix mit vollem Einsatz

Doch denken Sie daran: Bestimmte Dinge entwickeln erst in Verbindung mit anderen Bestandteilen einen spezifischen Charakter. Etwas, das eben nur in dieser Kombination entsteht, mit einer ganz eigenen Qualität. Dabei kommt es auf die richtige Mischung an, damit nicht ein Element alles übertönt, sondern dem jeweils anderen Element zur vollen Entfaltung verhilft.

Trauen Sie sich mal, das auszuprobieren. Nur Mut für einen neuen Mix, eine überraschende Kreation! Eins sollten Sie allerdings beachten: Nach der alten Cocktail-Schule muss ein Cocktail mindestens sieben Sekunden geschüttelt werden. Nicht so ein bisschen hin und her, sondern mit ganzem Körpereinsatz. Also, zögern Sie nicht, sondern mixen Sie sich Ihren Cocktail 2021 beherzt und mit vollem Engagement. Zum Wohl!